Umzugsratgeber

Wohnungsbewerbung und Wohnungsbesichtigung – so überzeugen Sie den Vermieter

Wohnungsbewerbung und Wohnungsbesichtigung – so überzeugen Sie den Vermieter
Wohnungsbewerbung und Wohnungsbesichtigung – so überzeugen Sie den Vermieter
© Urheber: fizkes / stock.adobe.com
10.03.2020
Netti Krumbiegel

Der Wohnungsmarkt gleicht heutzutage einem Haifischbecken. Wohnraum – zumal bezahlbarer Wohnraum – ist knapp, der Wettbewerb dementsprechend hart. Viele Wohnungssuchende kennen den unangenehmen Konkurrenzkampf während einer Wohnungsbesichtigung; kennen die Angst, nach einer Wohnungsbewerbung gar nicht erst in Betracht gezogen zu werden. Deshalb ziehen die meisten Menschen mittlerweile nur noch dann um, wenn es wirklich keinen anderen Ausweg mehr gibt. Damit Sie im Fall der Fälle möglichst erfolgreich bei der Wohnungssuche sind, haben wir ein paar Tipps für Sie vorbereitet – und Vorbereitung ist auch gleich das richtige Stichwort. Bereiten Sie sich akkurat auf die Wohnungsbewerbung vor! Das verschafft Ihnen deutlich höhere Chancen, einen Besichtigungstermin zu erhalten. Dabei können Sie mit entsprechender Vorbereitung ebenfalls punkten und am Ende den Vermieter von sich überzeugen.

Der Erste Eindruck zählt

Wichtig ist, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Das steigert signifikant die Chance, der neue Mieter der Immobilie zu werden. Investieren Sie deshalb etwas Zeit in eine gute Wohnungsbewerbung, um sich von der Masse abzuheben und die weiteren Wohnungsbewerber zu übertrumpfen.

Jeder Vermieter sucht zuverlässige Mieter. Für Vermieter haben eine pünktliche und zuverlässige Zahlung der Miete oberste Priorität; dicht gefolgt von anständigem Benehmen, denn Vermieter möchten mit Mietern natürlich möglichst wenig Stress haben. 

Deshalb zählt ein sympathisches Auftreten. Aber verstellen Sie sich nicht! Seien Sie authentisch und bleiben Sie glaubwürdig.

Die Wohnungsbewerbung

Ähnlich wie bei der Bewerbung für eine neue Arbeitsstelle, sollten Sie auch vorgehen, wenn Sie sich um eine neue Wohnung bewerben. Bereiten Sie vorab in Form einer Bewerbermappe verschiedene Unterlagen vor:

Das Anschreiben

Geben Sie direkt im Betreff des Anschreibens an, um welches Objekt es sich handelt. Im Anschreiben geht es darum, sich kurz und knackig vorzustellen. Das Anschreiben sollte keinesfalls länger als eine Seite sein. Gehen Sie dabei kurz auf folgende Punkte ein:

  • Wer sind Sie?
  • Wie ist Ihre aktuelle Wohnsituation und warum möchten Sie umziehen?
  • Welchen Beruf führen Sie derzeit (oder künftig) aus, wer ist Ihr Arbeitgeber und wie hoch ist Ihr monatliches Nettoeinkommen?
  • Wie viele Personen sollen einziehen?
  • Heben Sie eventuelle Besonderheiten wie Haustiere oder Hobbys hervor.
  • Betonen Sie Ihre Stärken. Begründen Sie, warum Sie der ideale Mieter sind. (Nichtraucher, etc.)
  • Erwähnen Sie ein paar Dinge, die Ihnen an der Wohnung laut Beschreibung gefallen.
Geben Sie unbedingt Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten an und bitten Sie um einen kurzfristigen Besichtigungstermin.

Die Anlagen

Es ist zwar keine Pflicht, dem Vermieter bereits im Vorfeld alle notwendigen Unterlagen zur Verfügung zu stellen, kommt aber sehr gut an.

So erhält der Vermieter gleich einen Einblick in Ihre finanziellen Mittel und er kann sicher sein, dass Sie die Miete pünktlich zahlen. Sie machen obendrein einen guten ersten Eindruck, indem Sie zeigen, organisiert, strukturiert und ordentlich zu sein. Dadurch bleiben Sie positiv im Gedächtnis.

Mieterselbstauskunft

Fassen Sie in der Mieterselbstauskunft stichpunktartig oder tabellarisch ein paar Eckdaten zu Ihrer Person zusammen:

  • Welches Objekt?
  • Ab wann können Sie einziehen?
  • Kontaktdaten (Vor- und Nachname, Staatsangehörigkeit, aktuelle Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse)
  • Geburtsdatum
  • Aktueller Beruf und Arbeitgeber
  • Monatliches Nettoeinkommen
  • Wie viele Personen ziehen ein?
  • Ist die Wohnung für eine gewerbliche Nutzung gedacht?
  • Beabsichtigen Sie eine Tierhaltung?
Diese Selbstauskunft müssen alle Mieter der Wohnung ausfüllen. Ziehen Sie mit Ihrem Partner zusammen oder gründen eine WG, müssen also auch die anderen neuen Bewohner eine Selbstauskunft erstellen.

Einkommensnachweis

Geben Sie dem Vermieter Belege, um Ihre Selbstauskunft zu untermauern.

  • Die letzte Gehaltsabrechnung (teilweise werden auch die letzten drei Gehaltsabrechnungen verlangt)
  • Selbstständige sollten die Steuererklärung des Vorjahres vorlegen oder Kontoauszüge des Geschäftskonto
Neben diesen Dokumenten sollten Sie, sofern vorhanden, zu folgenden Bereichen Nachweise vorlegen:
  • Rentenauszahlung
  • Arbeitslosengeld
  • Bafög-Zahlung
  • Unterhaltszahlungen
  • etc.
Haben Sie ein geringes Einkommen, empfiehlt es sich, direkt einen Bürgen mit einer Bürgschaftserklärung vorweisen zu können.

Bonitätsauskunft

Zeigen Sie, dass Sie nicht mit Schulden belastet sind. Einmal im Jahr kann man die eigene Bonitätsauskunft bei der SCHUFA kostenlos abrufen.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Legen Sie der Wohnungsbewerbung gegebenenfalls eine aktuelle Bescheinigung von Ihrem derzeitigen Vermieter vor. Darin bestätigt er, dass Sie Ihre Miete immer zuverlässig und pünktlich gezahlt haben. Eine solche Information kommt beim künftigen Vermieter natürlich sehr gut an.

Personalausweis

Wenn Sie möchten, legen Sie eine Kopie Ihres Personalausweises vor. Damit bestätigen Sie Ihre Identität. Alternativ können Sie eine Kopie Ihres Reisepasses mit einer offiziellen Meldebescheinigung beifügen.

Die Wohnungsbesichtigung

Ihre Bewerbung konnte überzeugen und der Vermieter hat sich mit Ihnen in Verbindung gesetzt? Glückwunsch! Damit nun auch die Wohnungsbesichtigung ein voller Erfolg wird, haben wir auch hierzu Tipps für Sie vorbereitet.

Vor der Besichtigung

Versuchen Sie den Termin für die Besichtigung bei Tageslicht und am besten unter der Woche kurz nach Feierabend zu vereinbaren. Bei Tageslicht lassen sich Mängel viel besser feststellen, sodass es nach dem Umzug kein böses Erwachen gibt. Begutachten Sie die Wohnung nach Feierabend, sehen Sie direkt, wie sich die Parksituation vor Ort gestaltet. Außerdem bekommen Sie einen realistischen Eindruck davon, wie hellhörig die Wohnung womöglich ist, denn zu dieser Zeit befinden sich die meisten anderen Bewohner bereits zuhause. 

Nehmen Sie zur Wohnungsbesichtigung am besten jemanden mit. Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei.

Erstellen Sie vor dem Termin eine Checkliste mit Fragen zum Zustand der Wohnung, die Sie dem Vermieter oder Makler stellen möchten. Dazu können beispielweise folgende Fragen gehören: 

  • Wie ist die Dämmung der Außenwände?
  • Was wird noch renoviert, was muss selbst renoviert werden?
  • Ist Grillen auf dem Balkon erlaubt?
  • Können die Küche oder einige Möbel übernommen werden?
  • Gibt es einen Kabel- oder Satellitenanschluss?
  • Fragen Sie nach dem Energieausweis!
  • Was gehört zum Mietobjekt? (z. B. Keller, Kfz-Stellplatz, Garten, Dachboden usw.)
  • Nebenkosten des Vormieters?
  • Welche Pflichten haben Sie als Mieter? (z. B. Treppenhaus reinigen, Schnee räumen usw.)
  • Sind Haustiere erlaubt, wenn ja welche?
  • Warum zieht der Vormieter aus?

Der Besichtigungstermin

Der Besichtigungstermin

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Prüfen Sie den Zustand der Wohnung anhand folgender Checkliste:

  • Sind ausreichend Steckdosen vorhanden?
  • Testen Sie die Türen und Fenster. Öffnen und schließen Sie diese und prüfen Sie die Dichtungen
  • Lassen Sie sich den Waschmaschinenanschluss zeigen
  • Sind Schimmel oder Wasserflecken zu sehen?
  • Testen Sie die Heizung (welche Heizungsanlage wird überhaupt eingesetzt)
  • Hört man Geräusche von Nachbarn, Verkehr etc.?
Prüfen Sie außerdem auch die Umgebung.
  • Wie sind die Einkaufsmöglichkeiten?
  • Wie ist die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel?
  • Wie ist die Parkplatzsituation (besteht ggf. die Möglichkeit, einen Stellplatz anzumieten?)
  • Schauen Sie sich in der Nachbarschaft um. Sieht es dort ordentlich aus? Haben Sie das Gefühl, dass Sie sich dort gut einleben können?
  • Gibt es ggf. Kindergärten, Schulen und Spielplätze in der Nähe?
Je nachdem, welche Dokumente Sie bereits vor der Wohnungsbesichtigung zur Verfügung gestellt haben, sollten Sie noch fehlende Unterlagen mitbringen. Nehmen Sie am besten Ihre Bewerbermappe mit und lassen Sie diese nach dem Besichtigungstermin da. Alternativ können Sie die Unterlagen dem Vermieter auch als PDF-Dateien per Mail zukommen lassen.

Ein Tipp: Unterschreiben Sie während der Wohnungsbesichtigung noch nichts. Schlafen Sie eine Nacht darüber und überlegen Sie sich gut, ob alle Faktoren wirklich zufriedenstellend waren.

Nach dem Besichtigungstermin

Sind Sie am nächsten Tag noch immer entschlossen, kontaktieren Sie den Vermieter. Bedanken Sie sich für den Termin. Nutzen Sie dieses Gespräch, um zum Ausdruck zu bringen, dass Sie die Wohnung unbedingt bekommen möchten. Zeigen Sie aktiv Ihr Interesse und warten Sie nicht darauf, dass Sie zurückgerufen werden. 

Im Idealfall hat alles geklappt und Sie können schon in Kürze in Ihre neue Wohnung einziehen. 

Übrigens: Steht dann der Umzug an, können Sie mit unserem Umzugskostenrechner schnell und einfach den Aufwand und die Kosten berechnen.

Wir drücken Ihnen die Daumen!

Ihr umzuege.de-Team

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