Umzugsratgeber

Können zu viele Umzüge die eigene Schufa beeinflussen?

Können zu viele Umzüge die eigene Schufa beeinflussen?
Können zu viele Umzüge die eigene Schufa beeinflussen?
© Urheber: monropic / stock.adobe.com
24.09.2020
Adrian Ministrator

Die wenigsten Menschen sind heute von Geburt an wirklich sesshaft. Junge Erwachsene ziehen aus dem Elternhaus oder der elterlichen Wohnung aus, im Berufsleben kommen ebenfalls häufig Umzüge dazu und auch das Privatleben sieht die wohnliche Neuausrichtung hin und wieder vor. Das kleine Single-Appartement aus Studienzeiten ist irgendwann nicht mehr standesgemäß, wird eine Familie gegründet, sind größere Räumlichkeiten notwendig. Aber kann sich das häufige Umziehen negativ auswirken? Horcht eventuell gar die SCHUFA auf, wenn zu einer Person immer neue Adressen gemeldet werden?

Welche Daten speichert die SCHUFA?

Rund um die SCHUFA ranken sich viele Mythen und Geschichten. Mitunter sind die Vermutungen durchaus nachvollziehbar, denn bislang legt die SCHUFA nicht die genauen Kriterien für Einstufungen oder aber die Datenspeicherungen vor. Die Offenlegung wird von vielerlei Stellen immer wieder gefordert.

Einige Daten sind allerdings bekannt:

  • Person – die üblichen Angaben zu einer Person werden abgespeichert. Dazu gehören Name und Alter, aber auch die Adressdaten. Diese dienen ebenfalls zum Personenabgleich, sobald ein Händler einen Kunden in der SCHUFA abfragt.
  • Konten – spätestens mit der Eröffnung des ersten Bankkontos wird ein Eintrag in der Schufa erstellt. Das gilt ebenso für Folgekonten oder Sparbücher.
  • Kredite – sämtliche Kredite werden, sofern der Kreditgeber dies macht, der SCHUFA übermittelt.

All diese Daten sind neutral und stellen keinerlei negativen Einträge dar. Kredite und Girokonten haben sogar einen positiven Effekt. Dennoch lässt sich anhand der Daten ein Score ermitteln, der die Ausfallwahrscheinlichkeit bei Kreditverträgen und Dauerschuldverhältnissen beschreibt.

Wichtig – beziehungsweise gefährlich – sind allerdings die negativen Einträge, da sie auf ein klares Verschulden des Verbrauchers hinweisen:

  • Kreditkündigungen – wird ein Kredit nicht bedient und schließlich vom Kreditgeber aufgelöst, so hat dies einen negativen Eintrag in der Schufa zufolge.
  • Vollstreckungsverfahren – auch sie führen zumeist zu negativen Einträgen. Zumeist gilt hier, da die Beantragung gerichtlichen Mahnbescheids oder eines sich anschließenden Vollstreckungsverfahrens vom Gläubiger an die SCHUFA gemeldet werden muss. Nur dann erfolgt ein negativer Eintrag.
  • Vollstreckung/Abgabe Vermögensverhältnisse – sobald es zu einem echten Vollstreckungsverfahren unter Einbeziehung des Gerichtsvollziehers und dem Antrag auf Abgabe der Vermögensverhältnisse kommt, ist der Eintrag in der SCHUFA fix. Dann stehen nämlich daten in öffentlichen Schuldnerverzeichnissen.

Auch Insolvenzen sind feste Eintragungen. Allerdings bleiben die negativen Einträge nicht für ewig bestehen. Es gibt Löschfristen, die in vielen Fällen 3 Jahre nicht überschreiten. Bei Privatinsolvenzen können jedoch auch längere Fristen infrage kommen. Genauere Infos hält die SCHUFA bereit.

Umzug planen – So gelingt es stressfrei

Abbildung 2: Kann häufiges Umziehen Probleme mit der eigenen SCHUFA-Auskunft mit sich bringen oder wird der Bonitätsscore davon gar nicht beeinflusst? © Urheber: AA+W / stock.adobe.com

Laut eigener Aussage greift die SCHUFA übrigens beinahe nie auf das sogenannte Geo-Scoring zurück. Darunter wird die Bewertung der Wohnanschrift sowie die Region der Wohnung verstanden. Eine Ausnahme gibt es: Sind keinerlei Daten über einen Kunden gespeichert, die bei der Errechnung des Scores für einen Anfragenden helfen, kann die Adresse mitberücksichtigt werden. Hier kommt es jedoch immer auch die Anfragenden an. Bei Banken können fehlende Daten über eine Person durchaus zu einer höheren Risikoeinschätzung führen. Verträge über kleinere Summen werden hingegen weniger streng bewertet.

Welche Auswirkungen könnte eine schlechtere SCHUFA haben?

Im Fernabsatzgeschäft ist die SCHUFA das Hilfsmittel für Händler und Unternehmen, den Kunden besser »kennenzulernen«. Überall dort, wo die finanzielle Situation und das Zahlungsverhalten eines Kunden wichtig ist, dient die SCHUFA somit als Schutz für das Unternehmen. Dabei kommt der sogenannte Score ins Spiel. Der Bestwert ist 100 Prozent und bedeutet, dass dieser Kunde mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommt. In der Regel sollte der Score über 90-95 Prozent liegen. Doch es gibt nicht den einen Score. Ein Verbraucher kann gegenüber dem Stromlieferanten einen Score von 99,9 Prozent haben, bei Banken hingegen nur 97 Prozent.

Und welche Folgen kann eine schlechtere Schufa haben?

  • Konditionen – mitunter können Verbraucher beim Abschluss von Krediten oder Finanzierungen Absagen oder auch schlechtere Zinskonditionen erhalten. Bei harten Negativeinträgen hilft bei Geldbedarf oft nur ein schufafreier Kredit.
  • Verträge – es ist möglich, dass lange Laufzeitverträge abgelehnt werden. So ist es denkbar, dass ein Kunde zwar einen Smartphonetarif erhält, doch nicht das Smartphone auf Raten.
  • Wohnen – viele Vermieter holen mittlerweile eine Auskunft bei der SCHUFA ein, andere bitten um eine Selbstauskunft des Mietbewerbers. Eine schlechte Punktzahl könnte zur Ablehnung führen.
Ob jemand nun häufig umzieht, spielt für die SCHUFA-Bewertung keine Rolle. Dass es teilweise so wirkt, könnte jedoch zwei andere Gründe haben. Auch Vermieter prüfen den Bewerber. Häufige Umzüge könnten nun wirken, als handele es sich bei dem Bewerber um einen Problemmieter, der nie lange in einer Wohnung verweilt. Dies trifft jedoch überwiegend auf Personen zu, die stets nur wenige Monate in einer Wohnung bleiben und erneut umziehen. Die Außenwirkung kann auf problembehaftete Mietverhältnisse oder gar auf Mietnomaden hindeuten.

Der zweite Grund könnte sein, dass Umzüge häufig mit der Eröffnung neuer Konten einhergehen. Dies könnte den Score negativ beeinflussen. Daher sollten Verbraucher allgemein aufpassen und Konten sowie vor allem Kreditkarten nicht zu häufig wechseln. Auch wenn häufiges Wechseln mitunter Konditionenvorteile bieten kann, sieht es gerade bei Kreditkarten so aus, als ob man verzweifelt Geld benötigt oder die vorherigen Kreditkarten vollständig ausgereizt hat. In Zukunft will die SCHUFA zudem auch Daten für Stromanbieter bereitstellen was zuletzt erst in den Medien besprochen wurde.

Einen guten Start im neuen Zuhause wünscht Ihnen
Ihr umzuege.de-Team

Erfahrene Profis

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